6.3 Gedenken an die im Krieg gefallenen oder im Dienst verunglückten Feuerwehrkameraden

Während der beiden Weltkriege verloren die Feuerwehren aus ihren Reihen sehr viele Mitglieder. Anläßlich der Jubiläen gedenken sie in der Regel ihrer verstorbenen Kameraden und den Opfern beider Kriege. In vielen Gemeinden beteiligte sich die Feuerwehr im November am Volkstrauertag an den stattfindenden offiziellen Kranzniederlegungen.

In Schönkirchen kam es im Rahmen des 100jährigen Jubiläums der Wehr am 12. September 1982 zur Kranzniederlegung am dortigen Ehrenmal. Ähnliches geschah während der Feierlichkeiten der Feuerwehr Großharrie (1985: 100 Jahre Feuerwehr). Am Nachmittag des Festtages trafen sich die Mitglieder der Wehr auf dem Dorfplatz, um ihrer toten Kameraden und der Opfern beider Kriege zu gedenken. Pastor J. Sonnenschein hielt die Gedenkrede. Danach legte der Wehrführer einen Kranz am Ehrenmal nieder, und die Feuerwehrkapelle Neuenrade/Bornhöved spielte das Lied vom „guten Kameraden“.

Es folgen einige Beispiele, die belegen, wie gefährlich der Feuerwehrdienst war und heute noch ist. In den Gründungsjahren kam es aus an anderer Stelle schon genannten Ursachen immer wieder vor, daß die Feuerwehrmänner wegen Überanstrengung und Erhitzung bei Löscheinsätzen einige Wochen mit dem Feuerwehrdienst aussetzen mußten. Einige Einsätze endeten wie im Fall des Feuerwehrrnannes E. Cay aus Schönkirchen tödlich. Er verstarb am 15. Juli 1892 an einem Gehirnschlag durch Überanstrengung im Dienst.

Während des Zweiten Weltkrieges verunglückten viele Feuerwehrmänner im Einsatz tödlich. Der Tod des damaligen Wehrführers der Freiwilligen Feuerwehr Hohenfelde, Geerds, kurz vor Kriegsende ist schon erwähnt worden. Nicht minder tragisch endeten die Löscharbeiten während eines Brandes in Emkendorf im Oktober 1942. Plötzlich schlug der Schornstein des brennenden Hauses um und begrub den Gerätewart der Freiwilligen Feuerwehr Lütjenburg, E. Schlüter. Er verstarb am 10. Oktober 1942 im Krankenhaus Eutin. Einen Monat später verunglückte der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Schönberg, Rudolf Kahl (Amtszeit: 1933 bis November 1942), während einer Einsatzübung tödlich. Nach einem Luftangriff auf die Gemeinde Krokau am 4./5. April 1943 mußte der Feuerwehrmann H. Kähler (Krokau) in der Ausübung des Dienstes sein Leben lassen.

Am 21. August 1949 verunglückten während der Löscharbeiten der Bahnhofsgaststätte Hamann in Bokhorst sechs Feuerwehrmänner tödlich. Ihnen zu Ehren wurde ein schlichter Gedenkstein neben der Kirche in Bokhorst gesetzt.

Zuletzt sei an den tödlich verunglückten Feuerwehrmann H. Buchholz (Warnau) erinnert, der am 29. Mai 1964 auf der Rückfahrt von einer Alarmübung in Löptin an seinen Heimatort während eines schweren Verkehrsunfalls verstarb.

Diese Männer stehen als Beispiel für die vielen ungenannten, die in ihrem selbstlosen Einsatz ihr Leben lassen mußten.

Die Feuerwehren gedenken auch ihrer Gründungsväter. So errichtete im Jahre 1987 die Freiwillige Feuerwehr Gadendorf neben dem Feuerwehrgerätehaus einen Gedenkstein, der zugleich Mahnmal sein soll. Der Stein ist mit der Jahreszahl 1897, dem Gründungsjahr der Wehr, und dem alten Feuerwehremblem (Axt, Helm und Schlauch mit Strahlrohr) verziert. Spätere Generationen sollen daran erinnert werden, daß sie das Ziel der freiwilligen Hilfe weiter verfolgen und somit der Gemeinschaft dienen sollen.

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