10.3.1 Die Feuerwehren im Kreis Plön verhindern die Vernichtung von Baudenkmälern

Im folgenden Abschnitt sollen einige Einsätze der Feuerwehren des Kreises Plön dargestellt werden, die die Vernichtung historischer Bauten verhinderten.

Der Ausgabe der „Kieler Nachrichten“ vom 2. August 1951 entnehmen wir folgendes: „Ein altes Denkmal bäuerlicher Kultur in Kirchbarkau gerettet.“ Am 1. August 1951 zog ein Gewitter über das Gebiet um Kirchbarkau. Der Blitz schlug gegen 21.15 Uhr in den alten hölzernen Kornspeicher (Bohlspeicher) aus dem 16. Jahrhundert des Bauern H. Blöcker (Kirchbarkau).

Die örtliche Freiwillige Feuerwehr unter Leitung von W. Schlotfeldt hatte sich bei der Wetterlage auf mögliche Einsätze vorbereitet. Deshalb war sie in wenigen Minuten zur Stelle und rettete das Kulturdenkmal. Zwar war das Strohdach abgebrannt, aber die hölzernen Umfassungswände blieben ganz erhalten; selbst der Dachstuhl mit dem Dachsparren hielt dem Feuer stand.

Die Kornspeicher werden wegen ihrer Wandelemente aus dicken Holzbrettern Bohlenspeicher genannt. Die Bohlen sind in Nuten der Wandständer sehr fest eingefügt, so daß kein Unwetter oder Ungeziefer in den Speicher, in dem vor allem gedroschenes Getreide gelagert wird, eindringen kann. Heute finden wir die Speicher noch vereinzelt in der Probstei.

Ein weiterer Einsatz der Feuerwehr zur Rettung eines Baudenkmals fand am 10. Oktober 1953 statt. Gegen 20.55 Uhr wurde im vorderen Dachstuhl des Herrenhauses in Kletkamp ein Brand entdeckt. Die Ortswehr war nach wenigen Minuten an der Brandstelle, außerdem wurde die Alarmierung weiterer neun Wehren veranlaßt. Nach etwa zehn Minuten (Anfahrt und Vorbereitung) begann die Kletkamper Wehr mit den Löscharbeiten. Trotz schlechter Anfahrtswege kam die Freiwillige Feuerwehr Lütjenburg nach 15 Minuten als „ersehnte“ Verstärkung mit einem LF 15 und einem LF-TSA 8 an die Brandstelle. Kurz darauf folgten die restlichen Wehren. Die Leitung auf der Brandstelle hatte der damalige Amtswehrführer Schmidt (Dannau). Eine erhebliche Gefahr bildete die brennende Turmhaube. Die Feuerwehrmänner verhinderten jedoch durch sachgemäßen Einsatz den Einsturz des Turmes. Neben dem LF 15 der Lütjenburger Wehr waren noch drei TS 8 eingesetzt worden. Nach etwa einer Stunde war die Gefahr gebannt, und ein Teil der Wehren konnte um 22 Uhr abrücken. Der Gebäudeschaden wurde auf 100 000 DM geschätzt, wobei Werte in Höhe von mehr als einer halben Millionen DM erhalten blieben.

Nur der schnellen Alarmierung und dem Einsatz der Feuerwehren war es zu verdanken, daß das unter Denkmalschutz stehende Schloß erhalten blieb. Kletkamp wurde unter dem Grafen C. L. Brockdorff um 1675 erbaut. Seine starke Bindung an die Niederlande spiegelte sich in der viergeschossigen Fassade im Stil holländischer Frühklassik wider.

Ältestes Haus in Niederdeutschland ist das Gildehaus in Schönkirchen (erbaut zu Beginn des 16. Jahrhunderts). Das Kernstück des Hauses bildete früher die große Mittelhalle (Diele, Dääl), um die sich die Wohn- und Stallräume sinnvoll gruppierten. Die fast 14 in lange „groot Dääl“, an deren Kopfende die beiden einzigen Feuerstätten (Schwibbögen) des Schornsteinlosen Hauses errichtet waren, ist besonders durch die traditionellen Gildefeste bekannt geworden. Vor dem großen Schwibbogen befand sich ein aus unbehauenen Feldsteinen hergestelltes Kopfsteinpflaster, das sogenannte „Flett“. Auf der Ostseite lagen die Wohnräume, die durch Bileggeröfen vom Schwibbogen aus beheizt wurden. Im September 1965 wurde das Gebäude trotz intensiven Einsatzes der Wehren Opfer der Flammen. Es wurde aber im Jahr darauf innen wie außen weitgehend rekonstruiert.

In der Festschrift der Freiwilligen Feuerwehr Schönkirchen heißt es:

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