14.1 Erlebnisse

I. Ut Preetzer vergahn Tieden von E. Geckler, Preetz, 1923:

„As Kind har ick en heillose Angst vör Füür. Wenn ick nachts mal upwaken dör, weer dat eers, dat ick ut' Finster kiek, ob de Luff wul rod weer. Unt eenmal weer se dat ok, as ick abends Klock 11 upwak; de rode Schien füll grad na de Stuf rin, awer dat Püür sülbs weer ni to sehn. „Vadder“ „Vadder“ röp ick, „o, kiek mal, wat is de Luff rod“. Min Vadder de keem inne Höch. „Ja“ sä he, „dat is Füür“. Ick will upstahn un baben na´n gorn gahn un sehn, wat dor los is; denn kam ick werrer rin.“ Lang dur dat ok ni, bet he keem. „Ji brukt ni bang to sin“, sä he, „dat is de Loochmöhl, de har brennt; dat deit uns nichts“.

In de Tied, as min Vadder in Garn weer, keem ok al de Nachwächder an ramentert. „Rrr, rrr, rrr!“ güng sin grote Rassel, „Füür, Füür, Füür!“ sin Kehl. Denn werrer: „rr, rr, rr“, Füür, Füür, Füür.“ Un so güng dat dör alle Straten. Un as he bi uns inne „Fleit“ (jetzt Quergang) vörbie weer, weer de Küster ok al up´n Torn rupkladdert un leet de Stormklock wimmern. Un de Lüd müssen rut ut't Bett, un up de Strat grölen se dörch'nanner, so ludt as jeder kunn: „Füür, Füür, Füür!“ Denn keem ok al de Lüd mit leerern Notemmerns anlopen, un de Fohrlüd mit'n Tonn vull Wader up'n Wagen, wovon dat halwe öwern Rand platschen dö, un de Löschmannschaften, de sick selbs vor de Sprüden spannt harrn. So weer denn de ganse Flecken in Upregung: de Nachwächders awer, de dat ja ok am wichdigsen harrn, maken wieder Larm. Awer de Larm kunn de Möhl ni reern, den annern Morgen weer se en Aschenhupen, de gehörrig rökern dö.“

„Wat Vadder vertellt hett“

Mien Vadder weer Ernst Prien, he hett de Füürwehr mit gründt. Vun fröher vertell he geern, un ick will versöken, wat dorvun uptoschrieben.

Plattdütsch snaken künnt wi all, lesen ok noch, aver schrieben?, dat kunn weeten, dat mien Rechtschriebung nich jeden na de Mütz is, aber dat nehm ick in Koop. Wenn een Vereen gründt ward, sünd se all recht iwerie, un so harrn se ok een feine Füerwehrkapell upstellt. De weer so gaud, dat se in de ganze Umgegend bekannt weer. Se speel'n mit Tuba, Klarinett, Trummel un Fleit. Sogor een Lyra weer dorbi (de Speeler schürrkopp jedes Mol, wenn he een verkehrten Ton dropen harr). Von „Preußens Gloria“ bett „Gruß an Kiel“, se kunn allns. Allns ohne Strom un Verstärker.

Hans Geerdts, de Füürwehrhauptmann, har een düchtigen Arbeiter. De kunn ok Musik moken. Also: rin in de Kapell! Bloß een Fehler har he: he möch so bannig gern den Kööm! Biet Füerwehrfest in Schönbarg schull de Kapell grot uptreden. To Hus klappt allns. Dann güng dat los. De nieje Musiker vörut, he har all düchdich een nohm, un de Kapell mit Tschindarassabum achteran. Nu mök de Straat ober een Kurv - de har de Trummler nie seh'n. He rin in' Groben - ut, vörbie - dat geev noch een poor Töne - ut dat Speel. Aber Geerdts, flink wi he weer, packt sien Musikus rin in't Auto un aff na Hus. So gung een hoffnungsvolle Musiker-Karriere to End, bevör sie noch richtig begonnen har!“

Aus den Erinnerungen eines Ehrenbrandmeisters in Kirchbarkau: „Eines Tages war Amtsfeuerwehrtag in Kirchbarkau. Die Bewerter mit dem Hornisten begaben sich zur angenommenen Brandstelle, während unsere Wehr voller Tatendrang beim Gerätehaus auf dem Mühlenberg auf das vereinbarte Signal wartete.

Plötzlich meinte jemand, das Horn gehört zu haben. „Was nun?“ „Sollen wir, oder sollen wir nicht?“ „Lieber fix, als nichts!“ Und schon sauste die Wehr mit der Spritze im Mannschaftszug den Mühlenberg hinunter, der „Brandstelle“ entgegen.

Hier staunte man nicht schlecht, man hatte nämlich noch gar keinen Alarm gegeben. Fortan stand die Kirchbarkauer Feuerwehr in dem Ruf, noch vor dem Feuer an der Brandstelle zu sein.“

 

Von der Feuerwehr

Im Jahre 1927 rückte die damalige Pflichtwehr im Gebiet Salzau vom Gut Salzau nach Pratjau aus, um einen Brand zu löschen. In Pratjau angekommen, stellten die Männer fest, daß sich hinter den vier Pferden nur noch das Vorderteil des Wagens ohne die Spritze befand. Diese ging unterwegs verloren.

Aus dem Protokoll der Feuerwehr Selent um 1920: „Auf Bällen und Festlichkeiten sollen die Frauen den gleichen Eintritt bezahlen wie die Männer, da sie genausoviel zu sagen haben.“

Das gibt es nur in Martensrade: Der Feuerwehrhauptmann Dose kommandierte einst zwei Männer auf den Feuerwehrwagen, sagte aber anstelle „auf den Wagen“, „aufs Dach“. Befehl ist Befehl, dachten sich die beiden Männer und kletterten unter allgemeinem Spaß auf das Dach des Feuerwehrhauses.

Aus Kirchbarkau: In der Nacht zum 26. September 1963 drangen zwei Einbrecher in die Zweigstelle der Kreissparkasse in Kirchbarkau ein. Sie hatten gerade begonnen, den Geldschrank aufzuschweißen, als die auf dem Dach befindliche Alarmsirene ertönte. Diese war von dem im oberen Stockwerk wohnenden Sparkassenleiter beim ersten verdächtigen Geräusch in Betrieb gesetzt worden. Die Einbrecher flohen „Hals über Kopf“, denn sie ließen ihr Einbruchswerkzeug zurück. Feuerwehr und Sparkassenleiter freuten sich über diesen nützlichen „blinden Alarm“.

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